Samstag, 7. April 2018

[Re-Read-Rezension] Blood of Eden - The Immortal Rules

"You are a monster. [...] You will always be a monster - there is no turning back from it. But what type of monster you become is entirely up to you." (Seite 343)

Autor: Julie Kagawa
dt.: Unsterblich - Tor der Dämmerung
Verlag: Harlequin Teen
Seiten: ~500
Erscheinungsdatum: April 2012
ISBN: 978-0-373-21051-0
Gebunden mit Schutzumschlag
(Taschenbuch)


Blood of Eden-Trilogie:
  • The Immortal Rules
  • The Eternity Cure
  • The Forever Song

~ Link zu meiner sehr veralteten Rezension zu der deutschen Version - und mit veraltet meine ich, dass es eine meiner ersten Rezensionen war, also seid gewarnt xD ~


Inhalt:

Als vor Jahren die rote Seuche ausbrach und den Großteil der Menschheit hinraffte, bildeten sich einige Vampirstädte. Hier herrschen die Vampire über die Menschen, versprechen ihnen Sicherheit im Gegenzug für ihr Blut. 
Allie jedoch gehörte zu den Unregistrierten, sie lebt im sogenannten Saum außerhalb der inneren Stadt, über die Legenden von Reichtum und Wohlstand verbreitet werden. Allie hasst die Vampire aus ganzem Herzen und weigert sich, eine ihrer Gefangenen zu werden - doch das bedeutet auch, dass sie täglich um ihr eigenes Überleben kämpfen muss und ständig  dem Verhungern nah ist. 
Bis schließlich einer ihrer Raubzüge auf der Suche nach Essen in einer Katastrophe endet und sie vor die Wahl gestellt wird: Entweder zu sterben oder die Kreatur zu werden, die sie selbst am meisten hasst ...

Äußere Erscheinung:

An sich finde ich dieses Cover von dem düsteren Stil und der blutigen Träne her echt cool. Was mich aber enorm stört, ist, dass man kein Covermodel mit asiatischem Aussehen genommen hat, denn genau das hat Allie. Von daher hat das extrem was von White Washing, und ich bin echt froh, dass sich das mit den Folgebänden und den neuen Covern geändert hat. Und ich versteh nicht so ganz, warum das Auge rot ist. Klar sieht das cool aus. Nur ändern die Vampire in diesem Buch nicht die Augenfarbe.

Meine Geschichte mit diesem Buch: 

Ich habe den ersten Band ungefähr zu dem Zeitpunkt gelesen, als ich mit dem Bloggen angefangen habe, also vor über vier Jahren. Den zweiten Teil habe ich dann quasi direkt nach der Erscheinung verschlungen und hab dann sehnsüchtig auf den Abschluss der Trilogie gewartet, nur um dann - nach ewigem Warten - festzustellen, dass der deutsche Verlag diesen nur noch als Taschenbuch rausbringt, während ich die beiden ersten Bände jedoch als Hardcover hab. Woraufhin ich dann beschlossen habe, das Ganze dann eben auf Englisch zu lesen, was ich jetzt endlich geschafft habe.

Meine Meinung:

Ich glaube, ich habe vergessen, wie genial diese Reihe ist. Auch wenn ich mich jetzt hier erst darauf beschränken werde, spoilerfrei den ersten Band vorzustellen, darf ich euch jetzt schon versichern, dass die Reihe ihr Niveau hält.
Okay, wenn man das so zum ersten Mal hört, dann denken sich vermutlich viele "Urgh, Vampire, schon wieder". Ich fand die Umsetzung hier aber ziemlich gut. Zum Einen vielleicht, weil jegliche Twilight-Romantisierung vermieden wird. Ausweichen auf Tierblut? Keine Option, Vampire brauchen wirklich Menschenblut, ansonsten drehen sie durch. Glitzern im Sonnenlicht? Darin verbrennen sie zu Asche. Vampire sind blutsaugende Monster, und da gibt es auch keine Ausflüchte, das ist Allies erste Lektion.

Was diese Reihe aber vielleicht so einzigartig macht, ist das Setting. Allie lebt in einer postapokalyptischen Welt, unsere Zivilisation liegt in Trümmern, die Menschen sind entweder versklavt oder müssen jeden Tag um ihr Leben kämpfen. Denn neben den Vampiren leben außerhalb der Städte auch die sogenannten Verseuchten, de facto nichts anderes als Zombies.
Und ich bin echt kein Fan von Zombies. Ich weiß nicht, diese hirntoten Kreaturen haben mich nie wirklich gereizt. Aber hier hat mich das nicht gestört, vielleicht, weil die wirklichen Antagonisten sehr gut denken können - das sind nämlich die Vampire. Die Verseuchten dienen eher als Hindernisse, als ständig präsente, aber eben nicht rationale Gefahr, zur Untermalung der Atmosphäre. Sie sind durchaus von Relevanz für die Handlung, aber sie treiben sie nicht an erster Stelle an.
Was die Atmosphäre angeht, so wird diese sehr gut rübergebracht. Düster, postapokalyptisch - ich konnte mir die verlassenen Landstriche, die verlassenen Ruinen, die Leichen bildlich vorstellen und war definitiv gefangen von dieser dunklen Stimmung. Wer auf postapokalyptische Settings steht, kommt hier mit Sicherheit auf seine Kosten.

Daneben ist Allie eben auch noch eine tolle Protagonistin. Sie ist aufgewachsen mit dem Leitmotto, dass sich jede*r in erster Linie um sich selbst kümmern muss, dass, wer Fehler macht, dafür bezahlen muss, dass das Leben ein einziger Kampf ums Überleben ist. Und sie weiß in der Welt zu überleben, kalkuliert die Risiken, geht manchmal welche ein, aber weiß um die Gefahr, in die sie sich begibt. Gleichzeitig hat sie - gegen das Gesetz - Lesen gelernt und träumt davon, es anderen Menschen beizubringen, um sich eines Tages gegen die Vampire zu erheben, ein Traum, der mich einfach nur beeindruckt hat, auch von der Botschaft her, die darin mitschwingt.
Doch nachdem Allie zu genau dem Monster wird, das sie selbst immer auf den Tod gehasst hat, wird sie gleichzeitig in einen tiefen Konflikt gestürzt, denn wie gesagt, sie muss Blut trinken. Und doch kämpft Allie darum, ihre Menschlichkeit nicht zu verlieren.

Durchaus zur Unterhaltung trägt dabei ihr ständig präsenter Sarkasmus bei. Sie ist trotzig, widerspricht gerne und besonders ihre Kommentare sind oft sehr unterhaltsam. Ihre rebellische Seite verliert sie nie und sie lässt sich nicht unterkriegen, was sie zu einem starken Charakter macht.
Nebenbei ist sie aber durchaus auch eine Kick Ass-Heldin. Ich meine, sie hat ein Katana. Und als Vampirin eben auch noch zusätzliche Stärke, mit der sie ihren Gegnern gern auch mal in den Hintern treten kann, was sie aber nicht unverwundbar macht. Sie ist auch nicht perfekt. Besonders mit ihrer Blutlust, dem "Hunger" hadert sie immer wieder, und sie ist alles andere als die perfekte, unendlich starke Heldin, die dem problemlos widerstehen kann, was ihr Ecken und Kanten verleiht.
Und nebenbei ist da noch der Diversity-Faktor, dadurch, dass Allie eben über ein asiatisches Aussehen verfügt. Und damit zwischen all den weißen Protagonistinnen in dem Genre heraussticht, ohne, dass das ihr Aussehen von Relevanz ist. Außer dass sie klein ist und deswegen dauernd unterschätzt wird. ;)

Auf die anderen Charaktere will ich jetzt gar nicht so sehr eingehen, um nicht zu spoilern, aber auch hier sind durchaus sehr faszinierende und vor allem facettenreiche Charaktere dabei, die oft sehr vielschichtig sind. Vergeblich wird man hier eine strikte Schwarz-Weiß-Trennung finden, im Gegenteil. Gute Charaktere können auch Schlechtes getan haben, auch die Antagonisten und sowieso eigentlich alle haben nachvollziehbare Gründe für ihr Handeln und kein Charakter ist einfach nur gut oder schlecht. Die meisten haben eine dunkle Seite, und es gibt einfach keine klare Gut-Böse-Einteilung.
Auch eine kleine Liebesgeschichte gibt es, die allerdings absolut im Hintergrund bleibt, sich sehr langsam und nachvollziehbar entwickelt und bei der die Rollenverhältnisse mal anders sind als sonst.
Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dem darf ich versichern, dass der Schreibstil außerdem noch sehr fesselnd ist und mich auch dieses Mal wieder in seinen Bann gezogen und an die Seiten gefesselt hat, sodass ich, auch dank der hohen Spannung, mich nur mit Mühe aus dieser düsteren Welt losreißen konnte.

Fazit: Düsteres, postapokalyptisches Setting mit Zombies und alles andere als romantisierten Vampiren jenseits einer klaren Gut-Böse-Teilung sowie einer starken, schlagfertigen, sarkastischen und selbstbewussten Kick Ass-Protagonistin, die in einen Konflikt mit ihren Prinzipien und ihrem Wesen gerät, der nachvollziehbar vermittelt wird - fesselnd, spannend und mitreißend!



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